Larne FC - FCSG

Veröffentlicht am 29. Dezember 2024 um 17:19

Als im September der Gegner Larne FC ausgelost wurde, war sofort klar, dass wir nach Dublin fliegen und per Zug nach Belfast reisen werden.

Belfast sollte für mich das dritte Mal besucht werden, Dublin gar das fünfte Mal. Da im Frühling unsere Nati in Dublin spielte, waren die Erinnerungen noch sehr präsent. Auch bei der Hotelwahl gab es eigentlich nie eine grosse Auswahl. Auffallend war, dass von Mittwoch auf Donnerstag die Nacht die Hälfte kostete im Vergleich zur Nacht von Freitag auf Samstag. Da wir wohl noch nie so billig nach Dublin flogen, störte uns dies nicht. Auch die Wechselkurse der beiden Währungen in Irland und Nordirland waren in den vergangenen Jahren doch wesentlich höher als zum jetzigen Zeitpunkt. 

In den Wochen vor der Partie war sofort klar, dass dies wohl das Auswärtsspiel des Jahres sein wird für den FCSG. Selten habe ich im Vorfeld von allen möglichen Seiten erfahren, dass sie nach Nordirland reisen werden. Per Zug, Schiff oder Flugzeug und dies auf alle möglichen Reiserouten. Leute, die seit Jahren nicht mehr auswärts dabei waren oder gar Leute, die ich noch nie auswärts beim FCSG sah. Im Vorfeld war einzig nicht klar, wieviele es dann wirklich werden sollen. Man spricht im Nachgang von 2000 Grün-Weissen in Belfast. Doch alles der Reihe nach. 

Am Mittwochmittag brachte uns Aer Lingus pünktlich nach Dublin. Dank der Zeitverschiebung sollte der Mittwoch für uns auch 25 Stunden haben, womit die Erklärung somit schon gegeben war, dass der Mittwoch der strengste Tag werden sollte. Nach dem Check-in im Hotel und dem ersten einheimischen Essen in Dublin war die Vermutung gross, dass wir das erste Pub bis zum Schlafengehen nicht mehr verlassen werden. Das Old Storehouse ist immer wieder ein Besuch wert. So fanden sich dann immer mehr St.Galler hier ein. Bis um Mitternacht waren gefühlt nur noch St.Galler hier drinnen. Wobei es nicht die ganze Reisegruppe bis zur Schliessung schaffte und das Bett bereits früher aufsuchten. 

Am Spieltag hiess es vor der Zugreise bisschen Boden anfressen, was mit einem "traditional irish breakfast" sehr gut gelang. Da unser Zug um 10.50 Uhr losfuhr, war das Bierkaufen eine kleine Hürde. Bekanntlich gibt es in den Läden erst ab 10.30 Uhr Alkohol zu kaufen. Es klappte und die Reise verging gefühlt wie im Fluge mit den über 20 Leuten , fast ein wenig Extrazugcharakter. Bis auf einmal die Polizei durch unseren Wagen lief, doch diese wollten sich nur zusammen mit uns auf einem Foto verewigen. Somit war auch klar, dass die Polizei ziemlich entspannt war.  In Belfast waren schnell die ersten Biere geordert. Bis wir im Stadion waren, sollten einige Biere gekillt werden und immer wieder tauchten neue, bekannte Gesichter auf. Was für eine Masse, die alle wegen diesem einen Spiel in den Norden gereist waren. Die Einheimischen waren sehr gastfreundlich und hofften auch auf einen Sieg von uns, da Larne FC von irgendeinem Investor unterstützt wird und in Belfast nur für ihre drei Conference League Spiele heimisch sind. Doch so wirklich interessiert sich eh niemand für diesen Fussball in Nordirland, da schaut man lieber die Premier League. Die Quoten für einen Sieg von St.Gallen waren sehr tief, selbst in heimischen Cupspielen kann man mit dem FCSG meist mehr Geld verdienen. 

Im Stadion stand uns der ganze Oberrang der Gegentribüne des Windsor Parkes zur Verfügung, wohl gemerkt des Nationalstadions von Nordirland. Krass diese Masse, erst auf der Strasse Belfasts, nun im Stadion. Weniger schön lief das Spiel. Eigentor durch Diaby, welcher einmal mehr schlicht schwach spielte. Einmal mehr haben wir gelitten mit unserem FCSG, doch es sollte diesmal gut kommen. Ein erknorzter Sieg gegen die Nordiren. Spätestens nach dem Schlusspfiff war dies aber egal. Mannschaft und Fans feierten den ersten Sieg St.Gallens in einer Ligaphase in einem europäischen Wettbewerb. Clubgeschichte wurde somit sportlich, wie auch fantechnisch, an diesem 7. November 2024 in Belfast geschrieben. 

Nach dem Feiern stand natürlich die Heimreise auf dem Programm. Wir durften uns auf einen weiteren Abend in Dublin freuen. Die einen wieder an altbekannter Gaststätte vom Mittwoch, andere beim Hunderennen. Wieder andere wollten noch den Fussballländerpunkt Irland machen. Wieso das Bett in dieser zweiten Nacht nun viel teurer war, war uns dann auch klar. Irland gegen Neuseeland im Rugby hiess die Lösung. Da war die ganze Stadt voll mit Leuten in grünen Shirts von Irland. Ein kurzer Abstecher zum Rugby war uns dann aber doch zu teuer. Unter 400 Euro war da nichts zu machen. So stand neben Bier eben Rugby im TV auf dem Programm. Ein Vinicus oder Neymar beim Rugby wäre bestimmt sehr amüsant. Wettgewinne beim Hunderennen, Besuch im "Swingerclub" oder ein Start einer internationaler DJ Karriere beim Schnellimbiss bei der Temple Bar, ja sogar der Dalmatiner. Alles Geschichten, welche nebst dem sportlichen und fantechnischen Momenten ewig in Erinnerung bleiben werden. Danke an alle, die dabei waren und irgendwie was zu dieser Reise beigetragen haben.

07.11.2024

Larne FC – FC St.Gallen 1879 1:2 (1:1)

Windsor Park (Belfast) – 4'448 Zuschauer – SR Ishmael Barbara (MLT)/VAR Gianluca Aureliano (ITA).

Tore: 4. Diaby (Eig.) 1:0, 29. Görtler (Okoroji) 1:1, 79. Vandermersch (Witzig) 1:2.

Larne: Ferguson; Seary, Todd, Bolger, Want (90. Magee), Ives; Gallagher (82. Donnelly), Thomson, Sloan (76. Graham); Ryan (82. Randall), McEneff (76. Lusty).
St.Gallen: Zigi; Vandermersch, Vallci, Diaby, Okoroji; Görtler (Cap.), Stevanovic, Csoboth (75. Witzig); Toma (75. Konietzke); Geubbels (90.+6 Faber), Akolo (89. Cisse).

Verwarnungen: 37. Ives (Foul), 51. Vallci (Foul).

Bemerkungen: Larne ohne Marsh, Cosgrove (beide verletzt). St.Gallen mit Watkowiak, Muslija, Witzig, Cisse, Yannick, Faber, Ruiz, Muslija, Konietzke (Ersatzbank) und ohne Nuhu, Ambrosius, Quintillà, Karlen, Fazliji, Milosevic (alle verletzt). – 2. Tor von Csoboth wegen Abseits aberkannt. – 90.+1 Tor von Cisse wegen Abseits aberkannt.

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