





Vierte Liga in England mit über 23'000 Zuschauer.
Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr hiess die Flugroute Zürich - Manchester. Diesmal war der Hauptgrund für die Reise aber nicht der Fussball, sondern die Polterreise von Manuel. Im Vergleich zu den letzten beiden Reisen waren diesmal auch die Wetterprognosen motivierender, keine Spur von Kälte, sondern angenehme Temperaturen. Auch keine Spur von irgendwelchen Flugverspätungen. Wäre es nach London gegangen, wäre die Situation wohl anders gekommen. Was da an diesem Freitag mit London Heathrow geschah, sollte uns im Norden nicht interessieren. Unsere Gruppe war motiviert das eine oder andere Pint zu geniessen. Auf den Bildschirmen lief natürlich nicht der Testkracher zwischen Nordirland und der Schweiz, sondern das WM Quali Spiel zwischen England und Albanien. Zu später Stunde wuchs nicht nur unsere Gruppe nochmals an, sondern auch der Alkoholpegel stieg. Der eine oder andere sollte dann am Samstag auch zu Beissen haben, doch die ganze Truppe war motiviert. Leider wurden für diesen Samstag etliche Spiele der League One verschoben und der Besuch in Bolton machte nicht mehr gross Sinn. So hatten wir uns für eine stündige Zugreise in Richtung Bradford entschieden. Bradford City spielte gegen Colchester United in der League Two. Das Stadion machte auf den Bildern einen interessanten Eindruck mit einem Fassungsvermögen von über 25'000 Plätzen.
Für mich war es der zweite Besuch in Bradford. Vor ein paar Jahren war es das Ausweichprogramm als die Queen verstarb und so unser geplantes Spiel in Leeds abgesagt wurde. Damals war es das kleinere Stadion von Bradford Park Avenue AFC, diesmal sollte es zu Bradford City gehen. Auch in der vierten englischen Ligen sind verkaufte Stadionnamen bereits in Mode, so hiess unser Ziel offiziell University of Bradford Stadium. 1985 hiess das Stadion offiziell noch Valley Parade, in diesem Jahr forderte ein Brand in diesem Stadion 56 Menschenleben. Seit der Renovierung dient dieses Stadion als Symbol für Gemeinschaft und Erinnerung an dieses tragische Ereignis.
Unsere Sechser Gruppe ging ohne grosse Erwartungen an dieses Spiel. Auffällig bereits in der ganzen Stadt die vielen Fans. Am Ticketschalter war es dann nicht sehr einfach, sechs Tickets zu kriegen, welche zusammen waren. Auch sollte sich die Verständigung durch die Scheibe beim Schalter schwierig gestalten. Als wir über 1'600 Pfund bezahlen sollten, war klar, dass da was nicht stimmte. Wollten die uns doch sechs Saisonkarten verkaufen.
Unsere Plätze waren auf der kleinen Hintertortribüne auf dem oberen Rang. Daneben waren die Away Fans aus Colchester platziert. So lief immer was in diesem Stadion. Die Stimmung im Stadion war sehr gut, die Heimmannschaft spielte richtig geilen Fussball. Es war die Affiche zwischen dem Zweitplatzierten und dem Siebtplatzierten, sprich beide Mannschaften wären für die Aufstiegsrelegation berechtigt. Lief mal ein bisschen weniger auf dem Platz, so konnten wir eine Gruppe unter uns beobachten, welche pausenlos damit beschäftigt war, die Gästefans zu provozieren. Auch der Stadionspeaker war von diesem Spiel begeistert. Dass die Heimmannschaft mit 4 zu 1 gewann, war das eine, das andere war die Zuschauerzahl. 23'381 sollten im Stadion sein. Der Speaker meinte, dass es ein historischer Tag sei. Noch nie seien in einem Spiel der vierthöchsten Englischen Liga soviele Fans in einem Stadion gewesen. Schegg gefielen nicht nur die dauerhaften Wanker Rufe in Richtung Gästefans, sondern auch das Trikot. So musste er sich nach dem Spiel im Fanshop ein Exemplar sichern. Vom Spiel und Support waren wir positiv überrascht, weniger positiv waren nach dem Spiel die sintflutartigen Niederschläge. Immerhin machte Uber mit und liess gerade zur richtigen Zeit ein grosses Auto vorbeifahren, welches uns den Weg zum Bahnhof einiges trockener gestalten liess.
Zurück in Manchester konnte die Zeit wieder dem Bier gewidmet werden. Natürlich immer wieder mit der einen oder anderen Aufgabe für Manuel und bereits einige Ideen für einen nächsten Polterausflug für den anderen Manuel. Die Nacht endete mit Dosenbier von Spar im Hotelzimmer. Gerüchte besagen, dass die Reinigungskräfte vom Hotel auf der Suche nach Stühlen gewesen sein sollten.
Hier an dieser Stelle endete nicht nur unser Weekendtrip, sondern auch die Freiheit von Manuel. Danke an alle Beteiligten, hat Spass gemacht!


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